{"id":145,"date":"1993-09-15T13:03:09","date_gmt":"1993-09-15T11:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.aafv.de\/2011\/09\/15\/1993\/"},"modified":"1993-09-15T13:03:09","modified_gmt":"1993-09-15T11:03:09","slug":"1993","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/soziale-arbeit-mittelmark.de\/archiv\/1993\/09\/15\/1993\/","title":{"rendered":"Jahres-Chronik"},"content":{"rendered":"<h2>1993<\/h2>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Erste Antragstellung eines Sozialhilfeprojektes<\/span><\/h3>\n<p>Bereits im Oktober 1992 wurde im Rahmen einer ABM eine aus vier Mitarbeiterinnen bestehende\u00a0 Projektgruppe mit der Vorbereitung eines Projektes \u201cArbeit statt Sozialhilfe\u201d beauftragt. Zu ihr geh\u00f6rten Astrid S\u00e4ger, B\u00e4rbel Schulze, Dr. Eva-Maria Strohm und Barbara Weber. Im ASS-Projekt sollten Menschen besch\u00e4ftigt werden, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten und von Sozialhilfe bzw. zur Arbeitslosenhilfe erg\u00e4nzender Sozialhilfe leben mussten.<br \/>\nF\u00fcr diese Personengruppe kamen ABM nicht in Frage, da diese F\u00f6rderm\u00f6glichkeit nur f\u00fcr Leistungsempf\u00e4nger des Arbeitsamtes gegeben war. Durch eine Besch\u00e4ftigungsdauer von einem Jahr sollten die Projektteilnehmer wieder Anspr\u00fcche auf Arbeitslosengeld erwerben k\u00f6nnen.<br \/>\nIm November 1992 wurde schlie\u00dflich der erste Projektantrag f\u00fcr 35 Sozialhilfeempf\u00e4nger bei der Landesagentur f\u00fcr Struktur und Arbeit (LASA) Brandenburg eingereicht. Das Projekt startete am 01.01.1993, finanziert durch Landesmittel und Mittel des Sozialamtes.<br \/>\nDoch ein Problem zeichnete sich bereits zu Beginn ab, n\u00e4mlich 35 geeignete Projektteilnehmer durch das Sozialamt zugewiesen zu bekommen. Dies erwies sich als unm\u00f6glich, da zu dieser Zeit die Zahl der erwerbsf\u00e4higen Sozialhilfeempf\u00e4nger insgesamt noch sehr gering war. Es waren lediglich vier Sozialhilfeempf\u00e4nger, die f\u00fcr das erste ASS-Projekt zugewiesen wurden.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Naturparkprojekt<\/span><\/h3>\n<p>Weltweit gibt es eine Vielzahl von National- und Naturparkgebieten. Allein in Europa finden sich an die 300 Naturparke oder naturpark\u00e4hnliche Bereiche. Auch f\u00fcr die deutschen Naturparke gilt es, das Miteinander von Landschaftsschutz, Freiraumfunktion und Wirtschaftsstruktur zu praktizieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Sicherung der Landschaft und dem Schutz der Natur.<\/p>\n<p>Den Ansto\u00df, im Gebiet des Fl\u00e4ming einen Naturpark einzurichten, gab Mitte 1992 eine Beratung in der Landesanstalt f\u00fcr Gro\u00dfschutzgebiete. Der Fl\u00e4ming eignet sich vortrefflich, um solch einen Gedanken auch in die Tat umzusetzen. Landschaftlich ist er gepr\u00e4gt von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Sch\u00f6nheit und Artenvielfalt. Die Region und die Gemeinden in einem k\u00fcnftigen Naturparkgebiet erhielten damit g\u00fcnstige Ausgangsbedingungen f\u00fcr die Entwicklung des Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig.<\/p>\n<p>Das Vorhaben war eines der Projekte im Strukturf\u00f6rderprogramm des Landkreises und das urspr\u00fcngliche Planungsgebiet lag im S\u00fcdwesten des Landes Brandenburg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bundesland Sachsen-Anhalt. Naturr\u00e4umlich wird es als der Hohe Fl\u00e4ming bezeichnet. Der geplante Naturpark erfasst die landschaftlichen Bereiche des Hohen Fl\u00e4mings mit einer Gesamtfl\u00e4che von damals ca. 56.000 ha, eingeschlossen darin das Burgendreieck (Burg Rabenstein, Burg Eisenhardt in Belzig, Schlosspark Wiesenburg), der Gr\u00fcnzug als Freizeit- und Erholungsbereich in und um Belzig, das Trappenschutzgebiet in den Belziger Landschaftswiesen und urspr\u00fcnglich auch ein geplanter Ferien- und Freizeitpark \u201cBelziger Heide\u201d auf dem einstigen \u00dcbungsplatz bei L\u00fctte, Rag\u00f6sen und Dippmannsdorf.<br \/>\nIm Januar nahm eine Projektgruppe, angeschlossen an den AAfV und im Rahmen einer ABM t\u00e4tig, ihre Arbeit auf. Sie wurde geleitet von Anke Leben, Diplom-Agraringenieurin, die auch f\u00fcr den Bereich Naturschutz verantwortlich zeichnete. Ferner geh\u00f6rten ihr an Christiana Polee (Forstwirtschaft), Katrin Mielsch (Tourismus), Rudi Hinze (Landwirtschaft) und Walter Dehne (Betriebswirtschaft und Personalkoordination). Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Naturpark der Kreisverwaltung, unter Leitung von Volker St\u00f6tzer, damaliger Leiter des Umweltamtes, wurde ein Naturparkkonzept erarbeitet.<\/p>\n<p>150 Teilnehmer in vier ABM, alle f\u00fcr ein Jahr bewilligt, wurden ab Februar von Christiana Polee und Rudi Hinze fachlich angeleitet und betreut. Hinzu kamen weitere 80 Teilnehmer, die f\u00fcr das ABM-Projekt Gr\u00fcng\u00fcrtel Belzig eingesetzt waren. Die Betreuung hier erfolgte durch Wilfried Fischer und Uwe Stech.<br \/>\nKoordiniert wurden die Arbeiten aller Ma\u00dfnahmen von der Projektgruppe. Zu den wichtigsten Ma\u00dfnahmen &#8211; bereits ab Februar &#8211; z\u00e4hlten Arbeiten im Naturschutzgebiet Planetal zwischen R\u00e4digke und Raben. Hier waren allein 50 Teilnehmer t\u00e4tig. So wurde zum Beispiel im Quellgebiet der Plane ein Feuchtbiotop gem\u00e4ht, um den dort wachsenden, teilweise unter Naturschutz stehenden Pflanzen eine \u00dcberlebenschance zu geben. Au\u00dferdem ging es um das Zur\u00fcckdr\u00e4ngen von wildwachsenden, untypischen Geh\u00f6lzbest\u00e4nden.<\/p>\n<p>Eine weitere Gruppe besch\u00e4ftigte sich damit, den Urzustand der sogenannten Brautrummel bei Grubo wieder herzustellen. Die Arbeiten wurden nach einem Pflege- und Entwicklungskonzept ausgef\u00fchrt. Diese durch die Eiszeit entstandenen kilometerlangen Trockent\u00e4ler, die den Fl\u00e4ming pr\u00e4gen, galt es zu erhalten. Die Rummel, eines der gr\u00f6\u00dften und sch\u00f6nsten T\u00e4ler, wurde als vorrangiges Objekt in Arbeit genommen. Zusammen mit Fachleuten wurden B\u00e4ume, die nicht typisch zu einer Rummel\u00a0 geh\u00f6rten, entfernt. Es wurden Steinhaufen freigelegt sowie Brennnessel und anderes Strauchwerk beseitigt.<\/p>\n<p>Durch ein Heckenseminar angeleitet, wurden an der Alten Wittenberger Stra\u00dfe (fr\u00fcher k\u00fcrzeste Verbindung zwischen Belzig und Raben, heute Wanderweg) Pflegema\u00dfnahmen an Hecken und B\u00e4umen vorgenommen. Alte Str\u00e4ucher wurden auf den Stock gesetzt und tote Str\u00e4ucher und B\u00e4ume entfernt, um auch Einzelexemplaren an B\u00e4umen bessere Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zu geben. Teilweise wurden Neuanpflanzungen vorgenommen, angefallenes Strauchmaterial wurde zum Anlegen f\u00fcr naturbelassene Benjeshecken genutzt. Und es wurden Lesesteinhaufen angelegt.<\/p>\n<p>Am 21.04. fand in Raben eine, von der Projektgruppe organisierte, Informationsveranstaltung zum Naturparkprojekt und zu den Zielen eines zu gr\u00fcndenden Naturparkvereines statt, an der weit \u00fcber hundert Interessierte teilnahmen und am 29.04. folgte eine weitere Informationsveranstaltung zur Gr\u00fcndung eines Landschaftspflegeverbandes. Unter Federf\u00fchrung von Anke Leben wurde ein Gr\u00fcndungsausschuss gebildet.<\/p>\n<p>Der Naturparkverein Fl\u00e4ming e.V wurde am 19.05.1993 gegr\u00fcndet. Anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndungsveranstaltung bekundeten 16 Verb\u00e4nde, Kommunen bzw. interessierte Personen ihre Mitarbeit. Der Verein engagierte sich in den ersten Jahren vor allem f\u00fcr den Aufbau und die Anerkennung des Naturparkes und unterst\u00fctze mit Ideen und Vorschl\u00e4gen Projekte im k\u00fcnftigen Naturparkgebiet. Erste Vorsitzende des Vereines war Anke Leben. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm Sylvia Herrmann dieses Amt, die ebenfalls seit 1993 als Leiterin einer ABM-Arbeitsgruppe im geplanten Naturparkgebiet t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Im Juni vollzog sich ein Wechsel in der Projektgruppe. Marina Czepl \u00fcbernahm die T\u00e4tigkeit von Rudi Hinze, der wegen der Aufnahme eines anderen Arbeitsverh\u00e4ltnisses ausgeschieden war.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndungsversammlung des Landschaftspflegeverbandes Hoher Fl\u00e4ming\/Baruther Urstromtal, der durch Initiative der Projektgruppe ins Leben gerufen wurde, fand am 08.07.1993 statt. Die Projektgruppe arbeitete fortan im Fachbeirat des Verbandes mit.<\/p>\n<p>Im August 1993 stellte die Projektgruppe, unterst\u00fctzt durch den Landkreis, ein Konzept zum Aufbau eines Naturschutzzentrums f\u00fcr den k\u00fcnftigen Naturpark in der ehemaligen Brennerei Raben\u00a0 vor. Die erforderliche Besucherlenkung k\u00f6nnte durch ein solches Zentrum\u00a0 wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Die Gemeinde Raben, mitten im Hohen Fl\u00e4ming gelegen, ist durch die Burg Rabenstein mit der herrlichen Lage im umgebenden Naturschutzgebiet \u00fcber die Kreisgrenze bekannt. Nahe Raben liegt auch das Quellgebiet der Plane, die neben dem Verlorenwasserbach der wertvollste Bachlauf des Hohen Fl\u00e4mings ist. Viele Besucher suchen die Gegend wegen der Einmaligkeit der Landschaft und der kulturhistorischen Sehensw\u00fcrdigkeit mit seiner Burg auf.<br \/>\nDer Naturparkverein hat F\u00f6rdermittel zum Erwerb des Grundst\u00fcckes beantragt und die Gemeindeverwaltung Raben hat den erforderlichen Beschluss dazu gefasst, das Grundst\u00fcck an den Naturparkverein zu verkaufen.<br \/>\nIm November wurde von der Projektgruppe ein erster Entwurf einer Entwicklungsplanung f\u00fcr das Naturparkprojekt \u201cFl\u00e4ming\u201d als Diskussions- und Arbeitsgrundlage f\u00fcr den Kreistag vorgelegt.<\/p>\n<p>Zu weiteren, nennenswerten Ma\u00dfnahmen innerhalb des Naturparkprojektes, die bereits im ersten Jahr durchgef\u00fchrt wurden, geh\u00f6rten umfangreiche Biotopgestaltungs- und Renaturierungsarbeiten, Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die bedrohte Flora und Fauna, die Sanierung und Beseitigung von Sch\u00e4den in der Naturlandschaft (M\u00fcllablagerungen, Baum- und Pflanzensch\u00e4den) sowie Pflanz- und Begr\u00fcnungsaktionen (Baumpflanzungen, Heckenprogramm, Bestrauchung). Allein in der Gemarkung Kranepuhl wurden 2 Kilometer Wildobstb\u00e4ume und in den Gemarkungen Werbig\/Benken 2 Kilometer Obst- und 2,5 Kilometer Laubb\u00e4ume gepflanzt. Dort entstanden auch \u00fcber einer Strecke von 4,8 Kilometer 3- und 5-reihige Hecken sowie zwei Feldholzinseln.<\/p>\n<p>Im Bereich der touristischen Grundausstattung wurde L\u00e4rchenholz f\u00fcr den Bau von Schutzh\u00fctten und Sitzgruppen gewonnen und bearbeitet. Im Zusammenarbeit mit den betreffenden Oberf\u00f6rstereien wurden Standorte f\u00fcr Parkpl\u00e4tze an Bundes- und Landstra\u00dfen abgesteckt, vermessen und kartiert. Zwei Rundwanderwege um den \u201cRabenstein\u201d und um die \u201cAlte H\u00f6lle\u201d bei Reetzerh\u00fctten wurden neu angelegt und ausgeschildert. Entsprechende Pflegema\u00dfnahmen an den Waldbest\u00e4nden entlang der Wege wurden vorgenommen.<\/p>\n<p>Zu den Arbeiten im forstlichen Bereich z\u00e4hlten umfangreiche Pflegearbeiten an Wander- sowie vorgesehenen Rad- und Reitwegen in der gesamten k\u00fcnftigen Naturparkregion. Diese bezogen sich auf das Ber\u00e4umen der Brandschutzstreifen sowie das Kn\u00fcppeln von Stangenholzbest\u00e4nden und Dickungen. An bestehenden bzw. vorgesehenen Wanderwegen wurden aufwendige Wegeplanierungen ausgef\u00fchrt. Aus Eichen- und Kiefernkulturen wurden Birken und andere Fremdgeh\u00f6lze entfernt. Jede forstliche Pflegema\u00dfnahme, die Begr\u00fcndungen von Fl\u00e4chen mit Laubgeh\u00f6lzen sowie der Vor- und Unterbau von Kiefernbest\u00e4nden mit verschiedenen Laubholzarten zur Umwandlung in Mischwaldbest\u00e4nde, trugen zur weiteren Verbesserung des Bestandsbildes, der Gesundung sowie der Erholungsfunktion des Waldes bei. In den Oberf\u00f6rstereien Niemegk, Raben, Wiesenburg und Schmerwitz sind Pflanzungen auf Vor- und Unterbaufl\u00e4chen mit Eiche, Linde, Ahorn und Buche erfolgt. Auch wurden hier, sowie in der Oberf\u00f6rsterei Dippmannsdorf, Begr\u00fcndungen reiner Kiefernkulturen vorgenommen. In der Werbiger Heide wurden teilweise Bepflanzungen mit Kiefer, Birke und anderen Laubgeh\u00f6lzen realisiert.<br \/>\nAuch innerhalb von Gemeinden, die im Naturparkgebiet liegen, wurde gearbeitet, so zum Beispiel an Sportanlagen, Kinderspielpl\u00e4tzen und Denkm\u00e4lern.<\/p>\n<p>Das Naturparkprojekt war das gr\u00f6\u00dfte Vorhaben, das der AAfV in seiner langj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit organisierte und durchf\u00fchrte. Zur Realisierung der Arbeiten waren viele Planungen und Vorbereitungen erforderlich. Auch muss erw\u00e4hnt werden, dass die vielen Teilnehmer aus den unterschiedlichen Berufen kamen und vielfach keine oder nur sehr wenig Erfahrungen im Bereich der Land- oder Fortwirtschaft hatten. Dank einer umfangreichen arbeitsbegleitenden Qualifizierung konnten diese Ergebnisse erzielt werden.<\/p>\n<p>Praktische Ma\u00dfnahmen im Rahmen des Naturparkprojektes wurden noch bis zur Anerkennung des Naturparkes im Jahre 1998 durchgef\u00fchrt. Zu den ersten Arbeitsgruppenleitern, die im Laufe der Jahre einen gro\u00dfen Anteil an den Arbeiten hatten, geh\u00f6rten Sylvia Herrmann, Martin Lack und Hanno Steffen, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Walter Dehne ist zum Ende des Jahres 1993 aus der Projektgruppe ausgeschieden. Er \u00fcbernahm im Januar 1994 das Aufgabengebiet des Leiters der Personalverwaltung im AAfV. In der Projektgruppe wurde er durch Bernd Gr\u00fcnert ersetzt. Von den ersten Mitarbeitern der Projektgruppe ist heute Anke Leben in der Naturparkverwaltung t\u00e4tig. Kathrin Mielsch und Marina Czepl arbeiten in der Naturwacht. Durch ihre einstige T\u00e4tigkeit haben sie hier einen festen Arbeitsplatz gefunden.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Erkundung und Erfassung von Altlasten<\/span><\/h3>\n<p>Die ABM \u201cErkennung und Erfassung von Altlasten\u201d wurde f\u00fcr ein Jahr bewilligt und begann Ende Januar mit 21 Teilnehmern. Aufgabe war es, die im Gebiet des Landkreises Belzig vorhandenen Altlastenverdachtsfl\u00e4chen zu erkunden, zu erfassen, zu kartieren und physikalische Sondierungen durchzuf\u00fchren. Boden-, Wasser- und Schlammproben wurden entnommen, analysiert und im Ergebnis dieser T\u00e4tigkeit eine Gef\u00e4hrdungsabsch\u00e4tzung mit Sanierungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr die jeweilige Liegenschaft erarbeitet. Als Arbeitsgebiet wurde der ehemalige Truppen\u00fcbungsplatz Verlorenwasser des Ministeriums der Innern mit einer Gesamtfl\u00e4che von ca. 4.500 ha zugewiesen. Nach Schulungen des Personals durch Einweisungslehrg\u00e4nge, organisiert durch den AAfV, und Einrichtung der Arbeitsr\u00e4ume in der ehemaligen Kommandantur des Truppen\u00fcbungsplatzes, begann Anfang M\u00e4rz die visuelle Erkundung der Waldfl\u00e4chen durch zwei Gruppen, angeleitet\u00a0 durch die ehemaligen Offiziere, Manfred Rubin und Klaus Langer. Dabei wurden durch die Teilnehmer\u00a0 allein bis Ende Mai 3 m\u00b3 Sonderm\u00fcll und 10 Tonnen Haus- und Sperrm\u00fcll eingesammelt und entsorgt.<\/p>\n<p>Parallel zu den Arbeiten wurde Verbindung mit Beh\u00f6rden aufgenommen (Umweltamt, Landesvermessungsamt) und mit der Ger\u00e4te- und Materialbeschaffung begonnen. Dabei wurde eine Laborausr\u00fcstung f\u00fcr Wasser-, Schlamm- und Bodenanalysen, eine Computerausr\u00fcstung, optische Messger\u00e4te, ferromagnetische Metallsuchger\u00e4te, mit bis zu 6 m Arbeitstiefe, Probenentnahme- und Transportger\u00e4te und\u00a0 Transportfahrzeuge beschafft und die Teilnehmer in der Handhabung geschult.<\/p>\n<p>Personell war die ABM so strukturiert, dass alle Arbeitsschritte, angefangen bei Planung und Organisation, Vermessung, Erkundung und Sondierung, Probenentnahmen und Transport bis zur Analyse sowie Datenerfassung und Aufbereitung abgesichert waren. Zwei zur Ma\u00dfnahme geh\u00f6rende Umweltassistentinnen erf\u00fcllten Aufgaben im kommunalen Bereich. Sie halfen per Pferd beim Aufsp\u00fcren von Umweltsch\u00e4den und wilden Verkippungen.<\/p>\n<p>Die gesamten Arbeiten waren sehr zeitaufwendig, besonders die Vermessung der Pl\u00e4tze mit optischen Ger\u00e4ten, die Festlegung von Rastern f\u00fcr die Sondierung und Beprobung, die Probenahme und Analyse. Die Pl\u00e4tze wurden von den Teilnehmern kartiert, jeder gemessene oder ermittelte Wert wurde listenm\u00e4\u00dfig erfasst und jede Messung l\u00e4sst sich im Gel\u00e4nde nachvollziehen.<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Arbeiten wurde eine umfangreiche Dokumentation zur Gef\u00e4hrdungsabsch\u00e4tzung und mit Sanierungsempfehlungen und Kostenberechnungen vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war die Erkundung des gesamten Truppen\u00fcbungsplatzes noch nicht abgeschlossen, von 302 ha reinem \u00dcbungsgel\u00e4nde waren noch 124,5 ha zu erkunden.<br \/>\nNahtlos wurde die Ma\u00dfnahme, ebenfalls f\u00fcr ein Jahr, verl\u00e4ngert. Mit 11 Teilnehmern wurden die restlichen Fl\u00e4chen im gleichen aufwendigen Verfahren erkundet, kartiert, sondiert und analysiert. Mit dieser Ma\u00dfnahme wurden Voraussetzungen geschaffen, das Gel\u00e4nde sp\u00e4ter zu sanieren.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Der AAfV\u00a0gr\u00fcndet eine Tochtergesellschaft<\/span><\/h3>\n<p>Der AAfV gr\u00fcndete am 08.06.1993 ein Tochterunternehmen &#8211; die Arbeit Fl\u00e4ming GmbH.<\/p>\n<p>Mit Jahresbeginn 1994 wurde die wirtschaftliche T\u00e4tigkeit aufgenommen. Vorrangiger Zweck dieser Ausgr\u00fcndung war die Schaffung fester Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr diejenigen Teilnehmer, die nach Ablauf ihrer ABM-Zeit und auf Grund ihrer beruflichen Qualifikation bzw. ihres Lebensalters nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten. Angedacht waren Arbeitspl\u00e4tze im Bereich Stra\u00dfenbau, Landschaftsgestaltung und Gr\u00fcnanlagenpflege. Die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der neuen GmbH bauten einerseits auf das Potential ihrer Fachleute und andererseits auf F\u00f6rdermittel der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft sowie auf Bundes- und Landesmittel, welche aber im Prinzip jedem Unternehmen zur Nutzung offen stehen. Betriebe der Baubranche, die die GmbH bei Bauaufgaben als Subunternehmer gewinnen wollen, haben bereits ihr Interesse bekundet. Bernd Schl\u00e4gel wurde am 01.01.1994 auch zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der GmbH bestellt. Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe der Jahre und wurde zu einem festen wirtschaftlichen Standbein. Ein Produktionsleiter war erforderlich. Das Aufgabengebiet \u00fcbernahm am 01.05.1996 Karl Sorgatz, der bis Ende 2005, Renteneintritt, besch\u00e4ftigt war. Danach \u00fcbernahm Klaus Kielon diese Funktion. Unterst\u00fctzt wurden beide durch Ines Reimann, die f\u00fcr die B\u00fcroorganisation und Kalkulation verantwortlich war. <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Heiztrassenabbau in Belzig und Wiesenburg<\/span><\/h3>\n<p>Im Rahmen des komplexen Wohnungsbaus wurden ab Mitte der 80er Jahre Wohnkomplexe in den Orten Belzig und Wiesenburg an ein Fernw\u00e4rmenetz angeschlossen. W\u00e4hrend das Belziger Heizhaus, am Bahnhof gelegen, 1988 in Betrieb ging und bis Mitte 1993 W\u00e4rme produzierte, war das Wiesenburger Heizhaus, von Beginn an eine Investitionsruine. Es ist Anfang 1990 fertiggestellt worden, jedoch nicht mehr in Betrieb gegangen.<\/p>\n<p>Zu beiden Heizh\u00e4usern geh\u00f6rten kilometerlange Heiztrassen. In Belzig f\u00fchrte diese oberirdische Trasse durch ein Naherholungsgebiet. Unter erheblichen Bev\u00f6lkerungsprotesten wurde die Trasse damals direkt durch Kleingartenanlagen verlegt. Der Erholungswert wurde erheblich eingeschr\u00e4nkt. Die Trasse der Heizanlage in Wiesenburg f\u00fchrte teilweise durch den unter Naturschutz stehenden Landschaftspark, \u00fcberwiegend stra\u00dfenbegleitend am Park entlang und st\u00f6rend f\u00fcr die Einsicht in den Park f\u00fcr Anwohner und Besucher. Seit langem bestanden Forderungen zur Beseitigung dieser Trassen. In beiden F\u00e4llen waren die Kommunen Eigent\u00fcmer und hatten den AAfV gebeten mittels Arbeitsf\u00f6rderung eine Beseitigung vorzunehmen.<\/p>\n<p>Im November begannen 25 Teilnehmer in einer einj\u00e4hrigen ABM mit dem Heiztrassenabbau.<br \/>\nDie in das Projekt integrierten Frauen wurden zur Demontage der vorhandenen Z\u00e4une in den Kleingartenanlagen, zum Abschneiden der Blechummantelungen der Trasse, Gewinnung von W\u00e4rmed\u00e4mmstoffen und Planierungsarbeiten eingesetzt. Der Abbau der Heiztrasse erfolgte durch die m\u00e4nnlichen Teilnehmer &#8211; Demontage der oberirdischen Anlage durch Abbruch- und Stemmarbeiten (Beton) sowie Abbau durch Brennen und Schneiden. Die Rohre wurden anschlie\u00dfend abschnittsweise durch Brennarbeiten getrennt und entsorgt. Die Betonsockel und St\u00fctzen der Ausdehnungsschleifen sind in Zusammenarbeit mit anderen Projekten des Vereins beseitigt worden.<br \/>\nDas Vorhaben insgesamt war mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden, aber auch ein Beispiel sinnvoller T\u00e4tigkeit, die mit Unterst\u00fctzung der Arbeitsf\u00f6rderung realisiert werden k\u00f6nnen. Die Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Zustandes der Kleingartenanlagen sowie Wohnanlagen in Belzig und Wiesenburg verbesserten das allgemeine \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild der Orte wesentlich.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Handwerkerhof G\u00f6rzke<\/span><\/h3>\n<p>Der Aufbau des Handwerkerhofes in G\u00f6rzke war ein wesentlicher Bestandteil des Strukturf\u00f6rderprogramms des Landkreises. Die Gemeinde wird seit Jahrhunderten und in vielen Generationen einzelner Familien durch kleines, produzierendes Handwerk gepr\u00e4gt. Dazu geh\u00f6ren solche seltenen Gewerke, wie die Puppenherstellung, B\u00f6ttcherei, die Herstellung von Braun- und Zierkeramik sowie die Hinterglasmalerei. Der Ort mit seinem traditionellen Handwerk genie\u00dft einen \u00fcberregionalen Ruf und die Weiterf\u00fchrung alten Handwerks ist von entscheidender Bedeutung zur Erhaltung und Neubildung des Standortes.<\/p>\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen St\u00e4rkefabrik, alter Gutshof, in der Breiten Stra\u00dfe soll ein Handwerkerhof entstehen \u2013 so die Zielstellung. Er sollte nicht nur musealen Charakter haben sondern auch das Ziel verfolgen, weitere Gewerke in G\u00f6rzke anzusiedeln.<\/p>\n<p>Erste Voraussetzungen wurden mit einem ABM-Projekt geschaffen. Die Ma\u00dfnahme begann im November mit 15 Teilnehmern.\u00a0 Die vom fr\u00fcheren Nutzer (BHG Wiesenburg) zur\u00fcckgelassenen Inventarien, provisorischen Anbauten und teilweisen Einrichtungen im Innenbereich des Geb\u00e4udes wurden unter denkmalpflegerischer Begleitung wieder entfernt und der urspr\u00fcngliche Zustand der Geb\u00e4udesubstanz hergestellt. Dazu geh\u00f6rte auch die Beseitigung von Bauschutt und anderem Unrat, der sich in den letzten Jahrzehnten ansammelte.<\/p>\n<p>Das unter Denkmalschutz stehende Geb\u00e4udeensemble wurde durch Pr\u00fcfung des Dachgeb\u00e4lkes, Freilegung von Fachwerk und Untersuchen der Fundamente vorbereitend saniert. Das Pflaster des Hofes war durch Betonelemente, Betonpflaster und anderen Baumaterialien in seinem Gesamtbild gest\u00f6rt. Es wurde wieder im urspr\u00fcnglichen Zustand hergestellt. Durch Verfugungsarbeiten, die ebenfalls denkmalpflegerisch begleitet wurden, ist auch hier ein baulicher Schutz vorgenommen worden.<\/p>\n<p>Das gesamte Konzept war so gestaltet, dass die Teilnehmer der ABM in einem speziellen Bildungsteil beruflich mit Grundkenntnissen des Bauwesens und Grundz\u00fcgen einer baulichen Restauration fortgebildet wurden. Dieser Bestandteil wurde in Kooperation mit Bildungstr\u00e4gern durchgef\u00fchrt.<br \/>\nBei diesem Projekt handelte es sich um eine Vielzahl von verschiedenen Arbeitsg\u00e4ngen. Sie konnten nur in t\u00e4glicher Regie und unter Begleitung der unteren Denkmalschutzbeh\u00f6rde und der Gemeindeverwaltung G\u00f6rzke ausgef\u00fchrt werden. Gleichzeitig war auch die Einbeziehung von Fachfirmen des \u00f6rtlichen Bauhandwerkes notwendig. Die Arbeitsergebnisse trugen zum Erhalt und zum Wiederherstellen des typisch l\u00e4ndlich, handwerklichen Dorfbildes bei und dazu, den Museumsteil des Handwerkerhofes sch\u00f6ner zu gestalten. Auch in den Jahren danach waren immer Teilnehmer in der Arbeitsf\u00f6rderung im Handwerkerhof t\u00e4tig.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Mitarbeit bei der Erarbeitung von Ortschroniken<\/span><\/h3>\n<p>Die Projekte \u201cOrtschronik\u201d wurden mit dem Ziel, die Geschichtsschreibung mit ihren historischen und jetzigen Dokumenten zu recherchieren, aufzuarbeiten und darzustellen, durchgef\u00fchrt. F\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen soll so Historisches erhalten und erlebbar gemacht werden. Die Bewahrung alter Traditionen liegt unbestritten im allgemeinen Interesse und regt zur Wiederbelebung von Br\u00e4uchen und Sitten in D\u00f6rfern und Vereinen an.<br \/>\nDie erste \u201cOrtschronik\u201d wurde f\u00fcr die Stadt Belzig in einer einj\u00e4hrigen ABM, sie begann im Oktober, ins Leben gerufen. Zwei Teilnehmerinnen arbeiteten in dieser Ma\u00dfnahme. Damit wurde auch den ehrenamtlichen Ortschronisten Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre Arbeit gegeben.<\/p>\n<p>Aufgabe der Teilnehmerinnen war es, nach literarischen Quellen zu suchen, diese zu studieren und Wissenswertes schriftlich festzuhalten. Im Kreisarchiv Brandenburg und im Landeshauptarchiv Potsdam wurde recherchiert, aber auch in Bibliotheken, Kirchen-, Schul- und Forst\u00e4mtern Das Zauch-Belziger Kreisblatt und auch andere Druckwerke konnten im Belziger Kreisarchiv genutzt werden. W\u00e4hrend dieses Studiums fanden sie eine F\u00fclle von Daten, die bisher Geschriebenes erg\u00e4nzten und Ereignisse der Vergangenheit unter verschiedenen Aspekten sichtbar machten.<br \/>\nZu ihren Aufgaben geh\u00f6rte weiterhin das Zusammenstellen von Text- und Bildmaterial sowie das Speichern der Daten in den PC. Auch wurden Gespr\u00e4che mit \u00e4lteren Bewohnern in den Orten, mit Handwerksmeistern, Gesch\u00e4ftsleuten, F\u00f6rstern und B\u00fcrgermeistern gef\u00fchrt sowie ihre Darlegungen niedergeschrieben. Schlie\u00dflich wurden Manuskripte f\u00fcr eine sp\u00e4tere Ver\u00f6ffentlichung erarbeitet.<\/p>\n<p>In der Zeit von 1993 bis 2004 wurden insgesamt 25 ABM durchgef\u00fchrt, in denen 87 Mitarbeiter t\u00e4tig waren. F\u00fcr Chroniken der St\u00e4dte Belzig, Treuenbrietzen und Niemegk wurde gearbeitet, aber auch f\u00fcr viele Fl\u00e4minggemeinden. So zum Beispiel f\u00fcr Borne, Cammer, Dahnsdorf, Garrey, Jeserig und M\u00fctzdorf, Kranepuhl, L\u00fcbnitz, L\u00fcsse, M\u00f6rz, Neschholz, Preu\u00dfnitz\/Kuhlowitz, Raben, Reppinichen, Rietz, Schwanebeck, Werbig, Zixdorf, um nur einige zu nennen. Aber auch im Brandenburger Raum, so in Brielow\/Radewege, Lehnin und Wusterwitz wurde recherchiert.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt einer Chronik-ABM in Werder\/Havel lag in der Dokumentation der Geschichte der Ausflugsgastst\u00e4tten Friedrichsh\u00f6he, Bismarkh\u00f6he und Wachtelberg. Die Darstellung der Ereignisse um diese Einrichtungen zeigte auf, wie die landschaftlich reizvolle Gegend vor allem Menschen aus gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten in die Umgebung lockte. Durch diese wurde Werder als Bl\u00fctenstadt popul\u00e4r und die drei genannten Gastst\u00e4tten in der ersten H\u00e4lfte des vergangenen Jahrhunderts zu den beliebtesten Rastst\u00e4tten der Region.<\/p>\n<p>Viele Chroniken wurden bisher ver\u00f6ffentlicht. Einen besonderen Anteil an den Arbeiten hatten Teilnehmerinnen, wie Rosemarie Bergholz aus Garrey, B\u00e4rbel Kr\u00e4mer aus Schwanebeck und Rosalinde Rennebarth aus Kranepuhl, die mehrmals in Ma\u00dfnahmen und nicht nur f\u00fcr die eigene Heimatgemeinde t\u00e4tig waren.<br \/>\nDie sachgerechte Anleitung der Teilnehmer wurde durch Helga K\u00e4stner aus Belzig, einer langj\u00e4hrigen ehrenamtlichen Chronistin, gesichert. Ihr gilt daf\u00fcr ein besonderer Dank.<br \/>\nDie Chronikarbeit leistete einen wesentlichen Beitrag zur Identifizierung der B\u00fcrger mit ihrer Gemeinde. Sie erfahren so Wissenswertes \u00fcber die \u00e4ltere und j\u00fcngere Geschichte ihres Ortes.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein neuer St\u00fctzpunkt in Treuenbrietzen und der Beginn der ersten Ma\u00dfnahmen<\/span><\/h3>\n<p>Mit der Neugliederung der kommunalen Selbstverwaltung, die Stadt Treuenbrietzen geh\u00f6rte ehemals zum Landkreis J\u00fcterbog, ergab sich in dieser Region ein neues Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr den AAfV. In erster Linie galt es, R\u00fcckst\u00e4nde zu beseitigen, die bei der Ortsgestaltung der letzten 30 Jahre aufgetreten waren. Durch ABM konnten hier gute Fortschritte erzielt werden.<\/p>\n<p>Eine erste Ma\u00dfnahme im Raum Treuenbrietzen begann im Oktober mit insgesamt 28 Teilnehmern. Sie wurde f\u00fcr ein Jahr bewilligt und es wurden Arbeiten in den an Treuenbrietzen angrenzenden D\u00f6rfern durchgef\u00fchrt. Mehrere Dorfbilder wurden versch\u00f6nert, unter anderem wurden Dorfpl\u00e4tze und zentrale Gemeinschaftspunkte gestaltet. Die Umgestaltung von Denkmalen, Pflege von Sportanlagen und Dorfteichen und die Neuanlage solcher geh\u00f6rten ebenfalls zu den Aufgaben. Ein Gro\u00dfteil allerdings wurde erst in den Folgejahren durch die Entwicklung der Gr\u00fcnanlagen und der Bepflanzungen voll wirksam. Die Ma\u00dfnahme trug wesentlich zum Herstellen und zum Erhalt des typischen l\u00e4ndlichen Dorfbildes bei. Die Einwohner f\u00fchlen sich wohler. Historische und traditionsbezogene St\u00e4tten wurden erhalten und gepflegt.<\/p>\n<p>Eine weitere Einjahresma\u00dfnahme mit dem Inhalt \u201cTouristischer Wegebau\u201d begann ebenfalls noch im Oktober, hier waren\u00a0 8 Teilnehmer t\u00e4tig. Der k\u00fcnftige Gro\u00dfkreis Potsdam-Mittelmark sollte ein in sich geschlossenes und einheitliches System f\u00fcr den touristischen Wegebau erhalten. Alle vorhandenen Wanderwege und touristische Anlagen wurden von den Teilnehmern im Vorfeld erkundet, verglichen und erfasst und dann in das entsprechende Kartenmaterial eingetragen. Weiterhin wurden neue Wegweiser und \u00dcbersichtstafeln hergestellt und angebracht. Auch das Aufstellen von touristischen Anlagen, wie Sitzgruppen, erfolgte.<br \/>\nDabei wurde eine enge Zusammenarbeit mit der Amtsverwaltung, der Kreisverwaltung, dem \u00f6rtlichen Fremdenverkehrsverband und den \u00f6rtlichen Handwerksbetrieben praktiziert Das Projekt trug dazu bei, die Attraktivit\u00e4t der vorhandenen Landschaft zu erh\u00f6hen. Das Terrain soll B\u00fcrgern und Besuchern nach fremdenverkehrstypischen Ma\u00dfst\u00e4ben nahe gebracht werden, der geplante Tourismus wird umweltvertr\u00e4glich gestaltet.<\/p>\n<p>Der St\u00fctzpunkt Treuenbrietzen befand sich vorerst im Geb\u00e4ude des Bauhofes der Stadt und wurde sp\u00e4ter in der ehemaligen Stadtg\u00e4rtnerei eingerichtet. Dort befindet er sich noch immer. Der erste St\u00fctzpunktleiter war G\u00fcnter Paesler.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Beratungsstellen &#8211; \u201cGesunde Ern\u00e4hrung\u201d, \u201cPraktische Lebenshilfe\u201d, \u201cEnergiespar- und Umweltberatung\u201d und\u00a0 \u201eWohnungstauschzentrale\u201c<\/span><\/h3>\n<p>Die Beratungsstelle <strong>Gesunde Ern\u00e4hrung<\/strong> war ein Anlaufpunkt f\u00fcr B\u00fcrger, die \u00fcber Ern\u00e4hrung Wissenswertes erfahren wollen. Hierbei erfolgte eine individuelle Beratung, besonders f\u00fcr Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche.<br \/>\nIn der Ma\u00dfnahme leistete eine Teilnehmerin Aufkl\u00e4rungsarbeit \u00fcber gesunde Ern\u00e4hrung. Dabei wurden Fragen beantwortet wie: Welche Pausenbrote gebe ich meinem Kind mit in den Kindergarten, Hort oder auch in die Schule? Wieviel Mahlzeiten am Tag ben\u00f6tigt es? Welche Kost ist f\u00fcr mein Kind am ges\u00fcndesten und Wie ern\u00e4hre ich mich richtig?<br \/>\nAuch in den Medien wurde \u00fcber gesunde Ern\u00e4hrung berichtet und diskutiert.<\/p>\n<p>Die Beratungsstelle <strong>Praktische Lebenshilfe<\/strong> wurde im Altkreis Belzig und in Treuenbrietzen eingerichtet. Je eine Teilnehmerin gab im gleichen Zeitraum in den verschiedensten Bereichen und in den unterschiedlichsten Formen Unterst\u00fctzung und Hilfe bei Fragen der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben, Anleitung bei der Beantragung sozialer Leistungen, wie Wohngeld, Renten, Freistellung f\u00fcr Krankenkassen und Rundfunk- und Fernsehgeb\u00fchren. Auch bei der \u00dcberwindung famili\u00e4rer Probleme, wie Schulden, Pf\u00e4ndungen, Alkohol und Eheproblemen wurde Rat und Hilfe angeboten und gesucht. Gespr\u00e4chsf\u00fchrungen zur Einhaltung elementarer Normen im Arbeitsleben, Arbeitszeiteinhaltung, Ein- und Unterordnen im Arbeitsprozess geh\u00f6rten ebenfalls dazu. Den B\u00fcrgern wurde praktische Hilfe im Bew\u00e4ltigen von sozialen Problemen gegeben. Notfalls erfolgte die Kontaktaufnahme zwischen den B\u00fcrgern und \u00c4mtern.<\/p>\n<p>In der Beratungsstelle <strong>Energiespar- und Umweltberatung<\/strong> wurden M\u00f6glichkeiten zur rationellen und schadstoffarmen Energieverwendung aufgezeigt. Von zwei Teilnehmerinnen erfolgten Beratungen zu effektiven Heizungsanlagen und deren Verordnung sowie f\u00fcr W\u00e4rmed\u00e4mmung einschlie\u00dflich gesetzlicher Bestimmungen.<\/p>\n<p>Um den Wohnungsmarkt in der Region zu entlasten, hat der AAfV eine <strong>Wohnungstauschzentrale <\/strong>mit Mieterberatung eingerichtet. Dort konnten sich B\u00fcrger unentgeltlich beraten lassen und einen Wohnungstauschantrag stellen. Damit sollte erreicht werden, dass unterbelegte Wohnungen besser belegt werden. Durch die Mieterh\u00f6hungen in den Jahren nach der Wende waren viele Mieter, besonders Rentner, Alleinstehende oder Alleinerziehende und Arbeitslose, bereit und gezwungen, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Aber auch Behinderten bot sich durch einen Wohnungstausch\u00a0 die M\u00f6glichkeit, in eine Parterrewohnung umzuziehen. In der Beratungsstelle bot der Verein auch Hilfe bei dem Ausf\u00fcllen von Formularen an, zum Beispiel einem Wohnungsgeldantrag, oder gab Unterst\u00fctzung beim Einspruch gegen die K\u00fcndigung eines Mietvertrages oder in anderen Mietangelegenheiten.<\/p>\n<p>Alle Beratungsstellen \u00f6ffneten 1993 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahme f\u00fcr jeweils ein Jahr. Eine Schulung der Teilnehmerinnen ging der T\u00e4tigkeit voraus.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Erhalt des Landschafts- und Gewerbeparks Wiesenburg<\/span><\/h3>\n<p>Nach \u00dcbergabe aller ehemaligen Parkfl\u00e4chen des Landschaftsparks an die Gemeinde betrug die Gesamtfl\u00e4che ca. 115 ha, dabei entfallen ca. 80 ha auf Waldfl\u00e4chen. Mit den Gemeindearbeitern im Park konnten aber nur ca 25 ha restauriert und gepflegt werden. Der Gro\u00dfteil der Fl\u00e4chen des Landschaftsparks befanden sich allerdings im hinteren Waldparkteil.<\/p>\n<p>In einer ABM \u201cLandschaftspark Wiesenburg\u201d waren erstmals ab Oktober vier Teilnehmerinnen, f\u00fcr ein Jahr,\u00a0 besch\u00e4ftigt. Die Frauen wurden in die bestehende Parkbrigade integriert und bei allen anfallenden Arbeiten eingesetzt. W\u00e4hrend der Wintermonate beteiligten sie sich am Baumschnitt.<br \/>\nDiese Arbeit erfolgte unter Anleitung. Anschlie\u00dfend wurde das Schnittgut geschreddert, teilweise Wildschutzz\u00e4une im hinteren Parkteil abgerissen und erneuert sowie neue Z\u00e4une f\u00fcr den vorderen Park gebaut. Zur Wiederherstellung der urspr\u00fcnglichen Sichtachsen des Parks wurden Schneisen geschlagen. Dabei waren die vier Frauen mit Aufr\u00e4umungsarbeiten besch\u00e4ftigt. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden wurden die Parkanlagen von M\u00fcll gereinigt, Reisig aufgesammelt und in der Winterzeit wurde Schnee gefegt sowie die Papierk\u00f6rbe und Sitzb\u00e4nke gestrichen.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr begannen die vier mit den Rabattbepflanzungen in den Parkanlagen, teilweise im Gewerbegebiet und im Ort Wiesenburg. W\u00e4hrend der Vegetationszeit ging es in erster Linie um die Rabattenpflege und Sauberhaltung der Parkanlagen. Die Parkbrigade legte im Herbst 1993 in Grubo einen neuen Teich an. Dort wurde die Bepflanzung von den Teilnehmerinnen vorgenommen.<\/p>\n<p>Eine weiterf\u00fchrende Ma\u00dfnahme, ebenfalls f\u00fcr ein Jahr und mit vier Teilnehmerinnen, wurde nahtlos 1994\/95 bewilligt und so der Parkbrigade Unterst\u00fctzung gegeben. Die zus\u00e4tzliche Aufgabe war hier die Beseitigung des Windbruchs. Die B\u00e4ume des Parks wurden im Sommer durch einen Sturm in einem erheblichen Umfang besch\u00e4digt bzw. entwurzelt. Und durch laufende Pflanzt\u00e4tigkeit im Park vergr\u00f6\u00dferte sich auch der Pflegeaufwand der zu betreuenden Fl\u00e4chen st\u00e4ndig.<br \/>\nDie Ma\u00dfnahme war ein Beispiel sehr guter Zusammenarbeit zwischen dem ersten Arbeitsmarkt und Teilnehmern im Rahmen der Arbeitsf\u00f6rderung. Im Wiesenburger Park werden auch heute noch Teilnehmer mit zus\u00e4tzlichen und erg\u00e4nzenden T\u00e4tigkeiten beauftragt.<br \/>\nDer Bereich Wiesenburg wird seit Anfang 1993 von Ingrid Weinholz geleitet.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1993 Erste Antragstellung eines Sozialhilfeprojektes Bereits im Oktober 1992 wurde im Rahmen einer ABM eine aus vier Mitarbeiterinnen bestehende\u00a0 Projektgruppe mit der Vorbereitung eines Projektes \u201cArbeit statt Sozialhilfe\u201d beauftragt. Zu ihr geh\u00f6rten Astrid S\u00e4ger, B\u00e4rbel Schulze, Dr. Eva-Maria Strohm und Barbara Weber. 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