{"id":147,"date":"1995-10-05T14:18:44","date_gmt":"1995-10-05T13:18:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.aafv.de\/2011\/10\/05\/1995\/"},"modified":"1995-10-05T14:18:44","modified_gmt":"1995-10-05T13:18:44","slug":"1995","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/soziale-arbeit-mittelmark.de\/archiv\/1995\/10\/05\/1995\/","title":{"rendered":"Jahres-Chronik"},"content":{"rendered":"<h2>1995<\/h2>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Verein zieht nach Kuhlowitz &#8211; diesen Namen sollte man sich merken<\/span><\/h3>\n<p>Im Januar wurde die Gesch\u00e4ftsstelle des AAfV nach Kuhlowitz, einem Dorf, etwa 3 km \u00f6stlich von Belzig, verlegt. Der alte Standort, das ehemalige Verwaltungsgeb\u00e4ude der Konsum-Genossenschaft in der Belziger Erich-Weinert-Stra\u00dfe, war zum Abriss vorgesehen. Der Platz wurde f\u00fcr andere Vorhaben, unter anderem eine Einkaufsst\u00e4tte, ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Hier in Kuhlowitz fand der AAfV auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Baubetriebes wesentlich bessere Bedingungen f\u00fcr Verwaltung, Fuhrpark und Werkst\u00e4tten vor. In den Jahren danach wurde der AAfV mit dem Namen Kuhlowitz regelrecht identifiziert, auch \u00fcber die Grenzen des Landkreises hinaus. Man sprach nicht: \u201e Ich bin beim AAfV t\u00e4tig\u201c, sondern: \u201eIch arbeite in Kuhlowitz.\u201c Strukturf\u00f6rderung, Fitmachen f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt durch Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsma\u00dfnahmen, durch \u201eArbeit statt Sozialhilfe\u201c und Fortbildung &#8211; das waren die zentralen Ziele und Aufgaben, die sich der AAfV auf die Fahne geschrieben hat. Die Arbeit des Vereins wird anerkannt, denn durch die Ma\u00dfnahmen wird Strukturentwicklung f\u00fcr Wirtschaft und Tourismus geleistet. Sie sind, wie oft eingesch\u00e4tzt wurde, unerl\u00e4sslich, um Menschen mit einer problematischen Ausbildungs- oder Arbeitsbiographie in Arbeit zu bringen oder sie f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Erkundung und Erfassung von Altlasten in der \u201cD\u00f6beritzer Heide\u201d<\/span><\/h3>\n<p>Die \u201cD\u00f6beritzer Heide\u201d ist ein seit Anfang des 18 Jahrhunderts fast ausschlie\u00dflich milit\u00e4risch genutztes Gebiet. Im Jahre 1713 begannen die ersten Truppen\u00fcbungen unter Friedrich Wilhelm I und Friedrich II f\u00fchrte hier im Jahre 1753 ein erstes Gro\u00dfman\u00f6ver mit rund 44.000 Soldaten durch. Offiziell jedoch begann der Aufbau des Truppen\u00fcbungsplatzes D\u00f6beritz erst 1892 unter Kaiser Wilhelm II. Fast 100 Jahre sp\u00e4ter, nach dem Abzug der russischen Truppen im Land Brandenburg, soll nun eine einmalige Landschaft einem anderen Zweck zugef\u00fchrt und erhalten werden.<\/p>\n<p>Auf engstem Raum gibt es einen ungew\u00f6hnlichen Reichtum an verschiedenartigsten Biotopen, die eine weite Skala umfassen, beginnend mit offenen Wasserfl\u00e4chen und Feuchtbiotopen mit Verlandungsformen und Mooren, unterschiedlichen Waldbiotopen, offenen Heidefl\u00e4chen bis hin zu ausgepr\u00e4gten Trockenrasen. Allein um die W\u00fcstungen der ehemaligen D\u00f6rfer D\u00f6beritz und Ferbitz, die der milit\u00e4rischen Nutzung weichen mussten, wurden viele gesch\u00fctzte bzw. bestandsgef\u00e4hrdete Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen.<\/p>\n<p>Eine Ma\u00dfnahme &#8211; nach \u00a7 249h des ehemaligen AFG (Arbeitsf\u00f6rderungsgesetz) &#8211; begann im Januar mit zwei Teilnehmern. Sie wurde drei Jahre gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die, in den letzten 100 Jahren sogar sehr intensive, milit\u00e4rische Nutzung hatte Altablagerungen und Kontaminationen unbekannten Ausma\u00dfes zur Folge. Es war zun\u00e4chst notwendig, die Gesamtfl\u00e4che visuell zu erkunden, die verbleibenden Baulichkeiten zu vermessen und zu kartieren, sp\u00e4ter die Oberfl\u00e4chen zu ber\u00e4umen. Gleichzeitig wurde das gesamte Gebiet weitr\u00e4umig gesichert und abgesperrt, um ein unbefugtes Betreten zu verhindern und Gefahren f\u00fcr Mensch und Natur zu minimieren. Dabei wurden 200 genormte Warntafeln aufgestellt, die auf das entstehende Naturschutzgebiet und die latente Gef\u00e4hrdung durch noch vorhandene Explosivstoffe hinwiesen und das Betreten verbieten.<br \/>\nDiese vorbereitenden Arbeiten waren den Beginn vieler nachfolgender Arbeiten und auch einer langj\u00e4hrigen Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung. \u00dcber den Gesamtumfang der geleisteten Arbeit wurde von den Teilnehmern eine Dokumentation angefertigt.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Restaurierung des Belziger Baches, Pflege der angrenzenden Stadtwiesen und Rekultivierung touristisch genutzter Gebiete in der Stadtrandlage von Belzig<\/span><\/h3>\n<p>Sechs Teilnehmer einer einj\u00e4hrigen ABM waren ab Februar mit der Ber\u00e4umung des Belziger Baches &#8211; vom Quellgebiet bis \u00dcbergang Schwanebecker Weg &#8211; beauftragt. Dabei wurden ca. 25 m\u00b3 Unrat gesammelt und entsorgt sowie die Uferb\u00f6schungen auf ca. 2 km bem\u00e4ht. In einem 200 m langen Abschnitt wurde der Bachgraben mit nat\u00fcrlichen Materialien, wie Reisigb\u00fcndel, best\u00fcckt. Die Schilfmahd auf dem Quellgebiet umfasste eine Fl\u00e4che von ca 5 ha. Dabei musste fast ein Drittel mit der Sense von Hand gem\u00e4ht werden, ein kleiner Teil mit dem Front- und der Rest mit dem Freischneider. Stark zerfahrene Wege (600 m) wurden im Quellgebiet mit Steinschlacke ausgebessert. Fachlich begleitet wurde die Gruppe von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde. Um die Arbeiten fachlich richtig ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen, erfolgte eine arbeitsbegleitende Qualifizierung f\u00fcr alle Teilnehmer, darunter waren auch zwei Frauen. Die Bedienungsberechtigung f\u00fcr Motorkettens\u00e4gen und Motorsensen legten zwei Mitarbeiter ab.<\/p>\n<p>Eine Fortf\u00fchrung dieses Projektes erfolgte auch 1996, ebenfalls mit sechs Teilnehmern. Hier bestand die Aufgabe, die Verbesserung und Stabilisierung von Feuchtbiotopen im Bereich des Belziger Baches zu erreichen. Die im Vorjahr begonnenen Arbeiten wurden fortgesetzt, um eine weitere Pflege zu sichern. Vorhandene Wege wurden befestigt und Betonteile, M\u00fcll und Verunreinigungen vom und aus dem Bach entfernt. Die Arbeiten wurden au\u00dferhalb der Brut- und Leichzeit der vorhandenen Fauna durchgef\u00fchrt. Es erfolgte eine B\u00f6schungsmahd, die Krautung des Bachgrabens und teilweise eine Best\u00fcckung der Uferb\u00f6schung mit nat\u00fcrlichen Reisigb\u00fcndel zur Sicherung. In angrenzenden Wiesen im Stadtgebiet erfolgte eine Schilfmahd. Durch die Arbeiten wurden die Feuchtbiotope an und nahe dem Belziger Bach verbessert und stabilisiert. Dies stand im engen Zusammenhang mit dem Vorhaben der Stadt Belzig, sich zu einem touristischen Anziehungspunkt und Luftkurort zu entwickeln.<\/p>\n<p>Unter anderem der Anglerteich und der Sch\u00fctzenplatz in der Kreisstadt sind traditionell touristisch genutzte Zonen. Eine weitere Ma\u00dfnahme, durchgef\u00fchrt &#8211; f\u00fcr ein Jahr &#8211; ab April mit 25 Teilnehmern, hatte die Herstellung des ehemaligen, urspr\u00fcnglichen Zustandes als Zielstellung. L\u00e4ngere Zeit wurden diese Bereiche vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p>Das Gebiet am Anglerteich wurde von M\u00fcll, Unrat und Mauerresten ger\u00e4umt, diese wurden abtransportiert und entsorgt. Es wurden Ausbesserungsarbeiten an vorhandenen Z\u00e4unen durchgef\u00fchrt sowie Abrissarbeiten der massiven Verkaufsst\u00e4nde, des Kellerraumes und alter Betriebsanlagen. Weiterhin wurden die Wege um den Anglerteich befestigt.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Ma\u00dfnahme wurden auf dem alten kommunalen Bauhofsgel\u00e4nde Pflastersteine geborgen und sortiert. Eine Bodenanalyse unter wilden M\u00fcllablagerungen wurde ebenfalls vorbereitet. Zur Schaffung eines Rastplatzes mit Informationsinsel an der B 102 erfolgten die ersten Vorbereitungen. Das Umfeld des Sch\u00fctzenplatzes wurde umgestaltet, unter anderem erfolgte der Abriss des alten Geb\u00e4udes. Unrat, M\u00fcllreste, Wildwuchs und wilder Abfall wurden beseitigt.<br \/>\nDie unvollst\u00e4ndige Sicherheitsumz\u00e4unung wurde fertiggestellt. Es erfolgten Befestigungsarbeiten der Rad- und Wanderwege vom Stadion und vom Forstweg, jeweils zum Sch\u00fctzenplatz.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Projektgruppe zum Aufbau eines regionalen Strukturf\u00f6rderungsprogramms f\u00fcr die Gemeinde Seddiner See und die ersten Ma\u00dfnahmen in der Region<\/span><\/h3>\n<p>Seit Dezember 1993 besteht die neugegr\u00fcndete Gemeinde Seddiner See mit den Ortsteilen K\u00e4hnsdorf, Neuseddin und Seddin. Seen, Wald, Wiesen und Felder bestimmen den Charakter der Landschaft. Die reizvolle Gegend bietet gute Voraussetzungen f\u00fcr die weitere Entwicklung des Fremdenverkehrs. Hier wird mit dem Aufbau eines regionalen Strukturf\u00f6rderprogramms das Ziel verfolgt, die \u00f6kologische, wirtschaftliche und auch soziale Struktur der Region zu verbessern bzw. miteinander zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Eine Projektgruppe mit drei Teilnehmerinnen und unter der Leitung von Evelin Janke begann im Mai mit ihrer Arbeit. Vorerst in einer einj\u00e4hrigen ABM bestand die Aufgabe, vorhandene Naturpotentiale und Ressourcen zu sichten und zu sortieren. Sie wussten, was in ihrem Heimatort fehlt und unterst\u00fctzten bei der Entwicklung entsprechender Teilkonzepte, um die Region f\u00fcr Bewohner und Besucher sch\u00f6ner zu machen.. Die kontinuierliche Umsetzung der Vorschl\u00e4ge und Ideen der Bev\u00f6lkerung wurde in einem Gesamtkonzept eingebunden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe arbeiteten eng mit den Beh\u00f6rden, \u00c4mtern und dem schon vorhandenen F\u00f6rderverein der Gemeinde zusammen. F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr geplante Projekte wurden koordiniert und zur Anwendung gebracht. Das Projekt folgte den in Erw\u00e4gung gezogenen Entwicklungsrichtlinien innerhalb der Strukturf\u00f6rderung der Gemeinde.<\/p>\n<p>Es waren Mitarbeiter einer weiteren ABM mit 9 Teilnehmern, die fast zeitgleich mit der Umsetzung der ersten Ideen und der qualitativen Erfassung eines vorhandenen Wegesystems besch\u00e4ftigt waren. Dazu geh\u00f6rte das Erkunden von Wegen, Vermessen von Entfernungen, Erfassen und Dokumentieren von geographischen und historischen Besonderheiten. Es wurden von den Teilnehmern vorbereitende Arbeiten f\u00fcr das Wegenetz durchgef\u00fchrt, wie Aus\u00e4sten, Beseitigen von Wildwuchs und die Schaffung von Sichtachsen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich startete eine weitere ABM, deren Zielstellung im Ausbau eines Rad- und Wanderweges zwischen Neuseddin und Seddin bestand. Der bis dahin unbefestigte Weg wurde von den Einwohnern der Gemeinde gern als Abk\u00fcrzung genutzt. Ausgangspunkt f\u00fcr den Streckenabschn\u00edtt war der Bahnhof, der durch den Tourismus zu neuem Leben erweckt werden soll. Auf dem Vorplatz entstanden die ersten Gr\u00fcnanlagen. An der Wegstrecke selbst f\u00fchrten die Teilnehmer Arbeiten aus, wie das Abtragen von Mutterboden, das Aufbringen und Planieren von Befestigungsmaterial sowie deren Versiegelung. Die Befestigung erfolgte nicht mit Asphalt oder Pflastersteinen, um das Landschaftsbild rund um den Seddiner See nicht zu beeintr\u00e4chtigen. Schlie\u00dflich wurden die Wegr\u00e4nder gestaltet.<br \/>\nMit den Ma\u00dfnahmen wurde die wirtschaftliche, \u00f6kologische und soziale Struktur der Region verbessert, um sie touristisch interessanter und anziehender zu gestalten.<\/p>\n<p>Ministerin Regine Hildebrandt war gekommen, um im September den ersten Abschnitt der Wegstrecke zu er\u00f6ffnen. Was sie so freudig stimmte, war die Tatsache, dass am Seddiner See N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht wurden. Grundlage daf\u00fcr war, dass sich die Gemeinde kompetente Partner zur Umsetzung ihrer Vorhaben gesucht hat, unter anderen mit Unterst\u00fctzung der Arbeitsf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Doch nicht nur in Wald und Flur hat sich durch die ABM-Projekte einiges ver\u00e4ndert. Im neuen Seddiner Gemeindehaus wurden erstmals in einem Tourismusb\u00fcro G\u00e4ste der Gemeinde beraten.<br \/>\nSie erhalten Anregungen f\u00fcr den Urlaub in der Region. Auch das d\u00f6rfliche Gemeinschaftsleben wurde aktiviert. Nicht mehr wegzudenken sind die Teilnehmer, die sich um die Senioren in den drei Ortsteilen k\u00fcmmern. Es werden Fahrten organisiert, zum Romm\u00e9 eingeladen oder man trifft sich zur Gymnastik. Und nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollen die Kinder und Jugendlichen.in der Gemeinde. Sie wurden w\u00e4hrend ihrer Freizeit betreut und begleitet.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Bauarbeiten f\u00fcr eine k\u00fcnftige gastronomische Einrichtung haben begonnen<\/span><\/h3>\n<p>Die alte Remise des Wiesenburger Schlosses kann eine wechselvolle Geschichte erz\u00e4hlen. Einst standen Kutschen im Geb\u00e4ude und sie wurde als Schweinestall genutzt. Es turnten Grundsch\u00fcler darin und zuletzt verfiel sie ungenutzt.<\/p>\n<p>Im Jahre 1995, mit Beginn der Bauarbeiten f\u00fcr eine sp\u00e4tere gastronomische Einrichtung, schloss die Gemeinde Wiesenburg mit dem AAfV einen Pachtvertrag f\u00fcr die Bewirtschaftung \u00fcber zw\u00f6lf Jahre.<br \/>\nNur noch die denkmalgesch\u00fctzte H\u00fclle war nutzbar. Die verrotteten Innenw\u00e4nde wurden abgebrochen und die Decken mussten vollst\u00e4ndig abgenommen werden. Die alte Lehmdecke mit Stroheinzug konnte, aus Kostengr\u00fcnden, nicht wiederhergestellt werden. Doch die Deckenbalken und das St\u00e4nderwerk der W\u00e4nde lie\u00dfen sich Dank entsprechender restauratorischer Bearbeitung erhalten. Der Ziegelfu\u00dfboden wurde vollst\u00e4ndig aufgenommen und neue Fliesen verlegt. Und darunter wurde eine moderne Fu\u00dfbodenheizung installiert.<br \/>\nRund 600.000 DM waren an Bau- und Anschaffungskosten aufzubringen, woran sich Bund, Land und Kommune beteiligten. Auch der AAfV selbst nahm einen Kredit auf, um die notwendige Einrichtung anzuschaffen.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Bestandsermittlung und Zustandserhaltung, Entkernung und R\u00fcckbauarbeiten von<br \/>\nGeb\u00e4uden sowie Aufr\u00e4umungs- und Abrissarbeiten in einem ehemaligen Milit\u00e4robjekt in der Gemeinde Buckau<\/span><\/h3>\n<p>Das ehemalige Milit\u00e4robjekt bei Buckau soll nicht l\u00e4nger dem Verfall preisgegeben werden. Darauf haben sich die Brandenburgische Bodengesellschaft und der AAfV geeinigt. Die Bodengesellschaft war als Rechtstr\u00e4ger und landeseigenes Unternehmen bereit, Sicherungs- und Abrissarbeiten im Wohnbereich der einstigen Liegenschaft mit finanziellen Mitteln zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dazu hat der AAfV ein erstes ABM-Projekt f\u00fcr 25 Teilnehmer aus dem Raum Ziesar entwickelt. Es startete im November und wurde f\u00fcr ein Jahr bewilligt.<br \/>\nZiel der Ma\u00dfnahme war es, die relativ soliden Offizierswohnh\u00e4user aus Wehrmachtszeiten, die sp\u00e4ter von den sowjetischen Streitkr\u00e4ften genutzt wurden, f\u00fcr eine k\u00fcnftige Sanierung zu sichern. Die Teilnehmer ermittelten den Verlauf und den Zustand der vorhandenen Elektroenergie-, Wasser- und Abwasseranlagen sowie den Zustand der Bausubstanz. Erhaltensw\u00fcrdige Geb\u00e4ude wurden gesichert, D\u00e4cher abgedichtet, Kleinstreparaturen an der Regenwasserableitung durchgef\u00fchrt sowie Verglasungen und Abdichtungen der T\u00fcren und Fenster vorgenommen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend erfolgte das Sortieren von Schrott und die Entsorgung von M\u00fcll. Aus dem Abriss der nicht mehr ben\u00f6tigten Geb\u00e4ude wurden noch brauchbare Rohstoffe gewonnen. Es folgte die Demontage von nicht mehr zu nutzenden Spiel- und Sportanlagen mit anschlie\u00dfender Beseitigung und dem Abtransport von nicht wiederverwertbaren Baur\u00fcckst\u00e4nden. Abschlie\u00dfend wurde die Vorbereitung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Einrichtungen durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Arbeiten stand ein Technikpark mit zahlreichen Baumaschinen zur Verf\u00fcgung. Unber\u00fchrt von den Ma\u00dfnahmen blieb der fr\u00fcher ausschlie\u00dflich milit\u00e4risch genutzte Teil der Liegenschaft mit seinen zahlreichen Bunkeranlagen, bereits aus den drei\u00dfiger Jahren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in diesem Projekt die Bestandsermittlung und -sicherung sowie Entkernung von Geb\u00e4uden und baulichen Anlagen im Vordergrund standen, wurden R\u00fcckbau-, Abriss- und Aufr\u00e4umungsarbeiten in einer weiteren Ma\u00dfnahme bereits geplant.<br \/>\nSie begann im April 1997, ebenfalls f\u00fcr ein Jahr. und mit sechs Teilnehmern. Das nat\u00fcrliche Umfeld der Liegenschaft wurde von oberirdischen Altlasten befreit, landschaftspflegerisch bearbeitet und \u00fcbergeben. Aufr\u00e4umungs- und Pflegearbeiten wurden durchgef\u00fchrt. Auch die Entsiegelung von nicht mehr notwendigen Wegen, das Einsammeln, Fraktionieren und die Entsorgung von illegalem M\u00fcll, die Mahd der Wiesen, Pflege der Str\u00e4ucher und behutsame Nachpflanzung von B\u00e4umen und Hecken geh\u00f6rten zu den Aufgaben.<br \/>\nKleine, eingeschossige Geb\u00e4ude und bauliche Anlagen, die aufgrund ihrer Nutzungsbestimmung oder ihres Zustandes nicht mehr ben\u00f6tigt werden, sind ber\u00e4umt, entkernt und r\u00fcckgebaut worden. Vor dem R\u00fcckbau wurden T\u00fcren, Fenster, Holzdielen und andere Fu\u00dfbodenbel\u00e4ge, Wandverkleidungen, Elektroleitungen, Baustellenabf\u00e4lle und Sperrm\u00fcll abgebaut und demontiert. Nach der Entkernung erfolgte der R\u00fcckbau der Geb\u00e4ude, beginnend mit der Demontage der D\u00e4cher bis zum Entfernen von Fundamenten.<\/p>\n<p>Naturbelassene H\u00f6lzer, die frei von Anstrichen, sch\u00e4dlichen Anhaftungen und von Metallteilen sind, wurden dem Holzrecycling zugef\u00fchrt. Sperrm\u00fcll, kontaminierte H\u00f6lzer, Baustellenabf\u00e4lle und PC-Bel\u00e4ge wurden deponiert, ebenfalls die im St\u00fcck ausgebauten T\u00fcren und Fenster. Der anfallende Mauerwerks- und Betonabbruch wurde fraktioniert entsorgt oder ebenfalls dem Recycling zugef\u00fchrt. Bei den Entkernungs- und Demontagearbeiten wurden alle einschl\u00e4gigen Arbeitsschutzvorschriften eingehalten. Die fachliche Anleitung wurde durch einen Bauingenieur der Arbeit Fl\u00e4ming GmbH, gesichert.<br \/>\nMit den Arbeiten sollten die Voraussetzungen f\u00fcr eine sp\u00e4tere zivile Nutzung, m\u00f6glicherweise als Wohn- oder Gewerbegebiet, geschaffen werden. Diese Vorstellungen konnten leider nicht realisiert werden.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Umsetzung der Entwicklungskonzeption f\u00fcr das Amt und die Stadt Werder<\/span><\/h3>\n<p>Mit der Umsetzung der Entwicklungskonzeption f\u00fcr die Region Werder wurde das Ziel verfolgt, die \u00f6kologische, wirtschaftliche und auch soziale Struktur der Region zu verbessern und diese mit Ma\u00dfnahmen der Arbeitsf\u00f6rderung zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung der Vorhaben, die dem Leitgedanken der Kombination von Infrastrukturentwicklung und Ma\u00dfnahmen der Arbeitsf\u00f6rderung beinhaltet, geh\u00f6rte als Basisprojekt die Einrichtung einer Projektgruppe. Diese war ab November mit vier Mitarbeitern t\u00e4tig. Sie hat die vorhandenen Naturpotentiale und Ressourcen gesichtet, sortiert und entsprechende Teilkonzepte entwickelt und umgesetzt. Dar\u00fcber hinaus haben sie weitere Projekte koordiniert und die entsprechenden Teilnehmer angeleitet.<\/p>\n<p>Bei der Umsetzung der verschiedenen Ma\u00dfnahmen bestand ein enger Kontakt zu den Tr\u00e4gern \u00f6ffentlicher Belange vor Ort, insbesondere der Kommunen in der Region. Dabei konzentrierten sie sich \u00fcberwiegend auf Ma\u00dfnahmen, die gemeinsam mit anderen \u00f6rtlichen Vereinen, Verb\u00e4nden und Gruppen abgestimmt wurden, deren Organisationsm\u00f6glichkeiten jedoch zur Durchf\u00fchrung nicht ausreicht.<br \/>\nUnter anderem wurde von den Teilnehmern einer ABM mit 10 Teilnehmern ein interessanter Radwanderweg rund um den Plessower See angelegt. Der insgesamt \u00fcber 15 km ausgeschilderte Weg f\u00fchrt von Werder \u00fcber Glindow und Plessow in Richtung Kemnitz, von dort weiter \u00fcber den Deich zum Gro\u00dfen Plessower See und wieder zur\u00fcck nach Werder. Der Weg vereint touristische, landschaftliche und architektonische Attraktionen, regelrechte Erlebnisbereiche, die vielerlei Kenntnisse vermitteln. An der Strecke befindet sich das Zweiradmuseum und die Esskastanienallee, hier wurden von den Teilnehmern 50 Esskastanien gepflanzt, und der Weinberg. Auch der Beisetzungsort der von Rochows, die \u00fcber Jahrhunderte Herr \u00fcber diese Gegend waren, geh\u00f6rt dazu. Der Familie geh\u00f6rte auch die Burg Zolchow, deren erste urkundliche Erw\u00e4hnung aus dem Jahre 1290 stammt. Die Burg am nord\u00f6stlichen Seezipfel bildet mit dem gegen\u00fcber gelegenen Rittergut Kemnitz eine Sichtachse und gilt als das touristische Highlight. Zur\u00fcck nach Werder f\u00fchrt der Weg am Freibad vorbei und auch ein Aboretum mit 350 verschiedenen Geh\u00f6lzen auf dem Areal eines ehemaligen Ingenieurschulgel\u00e4ndes ist sehenswert.<br \/>\nSo betrachtet war die Projektgruppe der Hauptkoordinator von Ma\u00dfnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik f\u00fcr die Region an der Havel. Geleitet wurde sie durch Hans-J\u00fcrgen Porzich.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">Anlegen eines Naturlehrpfades in der Gemeinde Seddiner See<\/span><\/h3>\n<p>In Absprache mit der Forstbeh\u00f6rde war ein Rundweg von ca. 4 km f\u00fcr einen neuen Naturlehrpfad vorgesehen. Zu Beginn einer ABM im Dezember mit vier Teilnehmern, war die Analysierung des Gebietes erforderlich. Dazu geh\u00f6rte das Aufnehmen von Tier- und Pflanzenwelt, das Erfassen von Wegen und der Besonderheiten des k\u00fcnftigen Rundweges.<br \/>\nDie Wildwuchsbeseitigung und das Freischneiden an den Wegstrecken wurden im Vorfeld mit der Naturschutzbeh\u00f6rde abgesprochen. Wegebegrenzungen und begradigungen sowie Erg\u00e4nzungen von nicht mehr vorhandenen heimischen Pflanzen und Str\u00e4uchern wurden ebenfalls vorgenommen. Auch wurde ein Tonloch freigelegt und aus Strauchwerk eine Hecke. u.a. als Nisthilfe f\u00fcr V\u00f6gel angelegt.<br \/>\nAufr\u00e4umungsarbeiten im vorgesehenen Gebiet wurden wegen der Brutzeit von M\u00e4rz bis zum Juli ausgesetzt.<br \/>\nIm Anschluss erfolgte das Aufstellen und Anbringen von Infotafeln, die die Namen der B\u00e4ume und Str\u00e4ucher ausweisen, und Wegweisern aus nat\u00fcrlichem Material. Die Holztafeln wurden in der vereinseigenen Werkstatt in Kuhlowitz hergestellt. Ansonsten ist man aber behutsam mit der Beschilderung umgegangen, weil Entspannungssuchende die Natur erleben wollen. Der Rundweg f\u00fchrt vorbei an der alten Ziegelei an der Lehnmarke, am alten Forsthaus und am D\u00f6rfchen Kunersdorf. B\u00e4nke und \u00fcberdachte Sitzgruppen sind als Rastpl\u00e4tze gedacht. Der Naturlehrpfad konnte zum Ende der ABM, im November 1996, offiziell er\u00f6ffnet und an die wandernden Nutzer \u00fcbergeben. werden. Er steht B\u00fcrgern und Touristen zur aktiven Freizeitnutzung zur Verf\u00fcgung. Und Insbesondere Kinder sollen anhand des Lehrpfades die heimische Tier- und Pflanzenwelt naturnah kennenlernen.<br \/>\nBeim Realisieren der Arbeitsaufgaben wurden die Erfahrungen der Unteren Forstbeh\u00f6rde sowie der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde einbezogen.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1995 Der Verein zieht nach Kuhlowitz &#8211; diesen Namen sollte man sich merken Im Januar wurde die Gesch\u00e4ftsstelle des AAfV nach Kuhlowitz, einem Dorf, etwa 3 km \u00f6stlich von Belzig, verlegt. Der alte Standort, das ehemalige Verwaltungsgeb\u00e4ude der Konsum-Genossenschaft in der Belziger Erich-Weinert-Stra\u00dfe, war zum Abriss vorgesehen. 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