Rosita Herzog

Das Mitarbeiterportrait: Rosita Herzog

Langjährige Mitarbeiterin vor dem Ruhestand

Ende Juli wird es für sie Blumen geben und vielleicht noch einiges andere. Dann geht Rosita Herzog in den wohlverdienten Ruhestand. Da Rosita seit 2004 beim SAM beschäftigt ist, war es für mich interessant zu erfahren, was in diesen zwanzig Jahren rückblickend für sie bemerkenswert ist … und was an ihr selbst bemerkenswert ist.
Spätestens nach unserem Teamtag in Ziesar am 24. März war mir klar, im Frühjahr noch einmal den Weg in die knapp-3000-Seelen-Kleinstadt mit großer Geschichte anzutreten, um Rosita bei der Arbeit zu besuchen. Damals hatte nämlich Ex-Bürgermeister Dieter Sehm ihre jahrzehntelange Arbeit mit fast schwärmerischen Worten hervorgehoben. „Solche bemerkenswerten Menschen brauchen wir hier vor Ort“.

Mit dem Stichwort „bemerkenswert“ kann man schon Rositas Weg zum SAM beschreiben, der damals natürlich noch AAfV hieß. Bei unserem Treffen in ihrem Büro merkte sie an, dass sie nur über mehrere Zwischenstationen an den Arbeitsplatz kam, an dem sie sich seit 2004 tatsächlich „heimisch“ fühlt. Sie bestätigt, dass viele Institutionen damals umstrukturiert wurden, und es schwer war, bei einer Bewerbung tatsächlich zu landen.
Tätig ist sie als Betreuerin, Ansprechpartnerin und Vertrauensperson für arbeitslose Menschen in Arbeitsfördermaßnahmen. Die geförderten Personen (derzeit 10) werden vom Jobcenter verschie­de­nen Einsatzstellen zugewiesen und von ihr im Namen des SAM „in allen Angelegenheiten des sozialen Lebens“ betreut. Durch ihre Arbeit ist sie auch in Wusterwitz, Lehnin, Groß Kreutz und im Verwaltungsverbund Beetzsee bekannt.

Breites Spektrum an Aufgaben

Rosita Herzog und aktuell ihre Kollegin Roswitha Schulz sind in organisatorischer Hinsicht für das reibungslose Funktionieren der Arbeitsfördermaßnahmen unverzichtbar. Auch die umfassende soziale Betreuung ihrer Klient:innen ist von herausragender Bedeutung. Jeder kann sich vorstellen, dass der Unterstüt­zungs- und Begleitungsbedarf groß ist, je nachdem, welche persönlichen Schwierigkeiten bei den Teilnehmer:innen der Maßnahme ausgeglichen werden müssen. Das Spektrum reicht von Unterstützung bei Bewerbungen über die Vermittlung zur Schuldenberatung, Begleitung von Kontakten zum sozialpsychologischen Dienst des Landkreises oder zum Jugendamt. Häufig muss sie Kontakt aufnehmen mit den jeweiligen persönlichen Anpsrechpartner:innen oder Fallmanager:innen beim Jobcenter und Hilfepläne abstimmen.
Die Begleitung geht oft tief ins Persönliche hinein: „Krankheiten, die Trennung vom Ehepartner, Trauerfälle in der Familien – all das kann Menschen schnell aus der Bahn werfen. Und dazu gesellt sich bei ihrer mitunter “schwierigen” Zielgruppe häufig das Unvermögen, Probleme objektiv zu betrachten und einen Lösungsweg zu erkennen. Vielen fällt es schwer, überhaupt mit Behörden in Kontakt zu treten, Anträge zu schreiben, Ansprechpartner zu finden. An diesen Stellen wird Rosita aktiv, gibt Hinweise und Anleitungen, wie der Weg bis zum erfolgreichen Bescheid des Antrages beschritten werden muss, nimmt die Klient:innen an die Hand und begleitet sie zu Behörden. Oft muss sie über einen Verlust hinwegtrösten, Entmutigte dazu bewegen, ihre tägliche Arbeit trotz des persönlichen Schicksalsschlages wieder aufzunehmen.

Rosita Herzog

 

Ein großes Netzwerk

Es nimmt bei dieser vielfältigen, abwechslungsreichen Arbeit nicht Wunder, dass Rosita Herzogs Netzwerk bemerkenswert umfangreich ist. Darüber könnte man viel Seiten füllen, und ein/e Nachfolger:in sollte sich viel Zeit nehmen, auch mit ihr gemeinsam, daran wieder anknüpfen zu können. Man sagt immer, dass jeder Mensch im Beruf ersetzbar sei. Dem wird man nicht widersprechen wollen. Aber im Falle Rositas werden die Menschen in all den Orten, in denen sie tätig war, mehrere Dinge schmerzlich vermissen: Nähe, die nie zu einer plumpen Vertraulichkeit wird, unbedingte Hilfsbereitschaft, Empathie und doch zugleich Sachlichkeit, Einsatzbereitschaft auch über den mitunter allzu kurz bemessenen Arbeitstag hinweg, sowie an ungewöhnlichen Orten, beim Klienten und häufig außerhalb ihres Büros.
Um das anschaulich und noch einigermaßen übersichtlich darzustellen, erinnere ich mich an den gemeinsamen Rundgang mit ihr durch Ziesar im Anschluss an unser Gespräch im Büro. Ein wirkliches Vorankommen war es nicht: Sie grüßte wohl jeden zweiten der uns Entgegenkommenden: manche fragten, wann sie Kleidungsstücke abholen könnten oder wann sie wieder im Büro sei; es gehe um eine Frage. Als wir an der Burg Ziesar angekommen waren, kam ein Gruppe Jugendlicher vorbei. Natürlich erkannten sie einander. Die Gespräche waren in jedem Falle eher kurz, aber aus ihnen ging hervor, dass Rosita um das Schicksal und die Schwierigkeiten der anderen wusste.

Stadtentwicklung mit Hilfe von Arbeitsförderung

Als wir zum beeindruckenden Burggelände kamen, sprach sie davon, dass die Unterstützung der vielfältigen Sanierungsarbeiten durch “ihre Teams” einer ihrer Höhepunkte im beruflichen Leben war. Ihre Genugtuung, an diesem gewaltigen Projekt der Sanierung mitgewirkt zu haben, ist nur allzu verständlich.
Die von Rosita Herzog angeleiteten und begleiteten geförderten Arbeitskräfte konnten hierbei einen bedeutenden Beitrag leisten, zum Beispiel bei der Entkernung der Gebäude. Ihre Einbeziehung in das bedeutende Projekt empfanden sie als motivierend, und so leisteten sie Qualitätsarbeit. Jetzt, nach Abschluss der Arbeiten, könne sie auch stolz sein auf das, was sie in der Zeit der geförderten Arbeit geleistet haben.

Mit Stolz kann auch Rosita Herzog selbst auf ihr Lebenswerk zurückblicken. Sie hat Menschen ermutigt und praktisch geholfen, ihren Lebensweg zu gehen und in persönlich schwierigen Zeiten sich sinnvoll einzubringen.
Wir danken ihr dafür aus vollem Herzen und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.
(Text: Thomas Kaminsky)

 

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