Empowerment als Beitrag zu gesellschaftlicher Resilienz
Wie können wir gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Und was brauchen Menschen, um sich als wirksam zu erleben, ihre Stimme einzubringen und Gesellschaft aktiv mitzugestalten?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die diesjährige NAH DRAN-Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung | Startseite | bpb.de und des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Unter dem Titel „Demokratie generationengerecht gestalten“ kamen Engagierte und Projekte aus ganz Deutschland zusammen, um sich über Generationengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Beteiligung auszutauschen.
SAM Projekt MutKokon
Auch das Projekt MutKokon von Soziale Arbeit Mittelmark e.V. war dabei. Als eines der Neulandgewinner-Projekte wurde MutKokon im Rahmen eines Workshops vorgestellt.
MutKokon richtet sich insbesondere an Frauen mit Migrationserfahrung in Bad Belzig und Umgebung. In einem geschützten Raum – einem „Kokon“ – können die Teilnehmerinnen mithilfe von Yoga und Selbstregulation über den Körper ihre eigenen Ressourcen entdecken, Selbstvertrauen entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren. Grundlage der Arbeit sind unter anderem Erfahrungen aus der Anti-Bias- und Empowerment-Arbeit sowie traumasensible Gruppenarbeit.
Dabei geht es um weit mehr als persönliche Entwicklung. Empowerment schafft die Grundlage dafür, dass Menschen ihre eigenen Perspektiven und Bedürfnisse auch in gesellschaftliche Prozesse einbringen können. Deshalb verbindet MutKokon die geschützten Räume der Empowerment-Arbeit mit Möglichkeiten zur Begegnung und Beteiligung, etwa in den in Bad Belzig stattfinden Bürgerdialogen „Sprechen und Zuhören“.
Gesellschaftliche Teilhabe für Alle
Genau hier entstand auf der NAH DRAN-Tagung eine spannende Verbindung zum Thema Generationengerechtigkeit: Was auf den ersten Blick wie zwei unterschiedliche Themenfelder wirkt – interkulturelles Empowerment und generationengerechte Demokratie – berührt eine gemeinsame Frage: Wie schaffen wir eine Gesellschaft, in der unterschiedliche Menschen und ihre Erfahrungen gehört werden und an deren Gestaltung sie tatsächlich teilhaben können?
Eine resiliente Gesellschaft lebt davon, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen, voneinander lernen und ihre unterschiedlichen Erfahrungen einbringen können. Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Generationen. Gerade dort, wo verschiedene Lebensgeschichten, Perspektiven und Erfahrungen zusammenkommen, entstehen Möglichkeiten für gegenseitiges Verständnis und neue Formen des Miteinanders.
Ich kann etwas beitragen
MutKokon möchte deshalb nicht nur Frauen stärken, sondern auch Brücken in die Gesellschaft bauen. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit mit drei Frauen aus Afghanistan, die zu Expertinnen für Frauenrechte und Rassismuserfahrungen werden und ihr Wissen in Workshops an die deutsche Mehrheitsgesellschaft weitergeben.
So wird aus einem geschützten Raum ein Ausgangspunkt für gesellschaftliche Teilhabe: erst Raum für die eigene Stimme schaffen – und dann Möglichkeiten eröffnen, mit dieser Stimme Gesellschaft mitzugestalten.
Die NAH DRAN-Tagung war für MutKokon deshalb eine wertvolle Gelegenheit, die eigene Arbeit in einen größeren Zusammenhang zu stellen und gemeinsam mit anderen Engagierten darüber nachzudenken, wie demokratisches Zusammenleben vor Ort gestärkt werden kann.
Denn gesellschaftliche Resilienz entsteht nicht allein durch große politische Strukturen. Sie wächst auch dort, wo Menschen sich begegnen, gegenseitig stärken, Unterschiede aushalten und erfahren: Ich kann etwas beitragen. Meine Perspektive zählt. Und gemeinsam können wir unsere Gesellschaft gestalten.








